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Stilphilosophie, Teil 2 „Stilprägung“. Was wir tragen, was wir sind.

Weiter geht’s in Teil 2 mit der Reihe „Stilphilosophie“, die von Nico auf artundstil ins Leben gerufen wurde.
Diesmal dreht sich alles um Stilprägung und es wollen folgende Fragen beantwortet werden:
  • Welchen kulturellen Hintergrund hast du, und wie beeinflusst er deinen Kleidungsstil?

Wie fasse ich das am besten zusammen, ohne gleich meine komplette Familiensaga wiederzugeben und euch damit zu Tode zu langweilen…Fangen wir am besten mit meinen Eltern an: Meine Eltern wuchsen beide in der DDR auf und flohen -soweit ich das so einordnen kann- getrennt voneinander kurz vor dem Mauerfall nach Westdeutschland. Mein Vater schaffte es, meine Mom wurde (mit mir hochschwanger) wohl beim Versuch dessen von ihrem (unbekannten) Gegenüber in einem Zug verpfiffen. Nicht gut. Gar nicht gut…
In Westdeutschland angekommen mussten wir quasi von vorne anfangen und ich wuchs in eher einfachen Verhältnissen auf. Wir bekamen zwar Unterstützung von einer Tante väterlicherseits, welche schon lange in der Gegend lebte- ein Zuckerschlecken war es allerdings trotzdem nicht.
Somit war mein Kleidungsstil wohl weniger modisch als eher praktisch orientiert. Ideal, um draußen die Welt unsicher zu machen! Ich erinnere mich da an eine Latzhose und ein paar heißgeliebte Pullover mit gestickten Motiven (vll. kennt ihr diese Dinger noch, die sich wie ein Bild über die Vorderseite ziehen…*hach*). Wobei auch das ein oder andere hübsche Kleidchen dabei war (ein Jammer, dass man aus sowas rauswächst- so spontan will ich dieses dunkelblaue Ding mit den Margariten wiederhaben o_O)

 

  • Hast du von deinen Eltern etwas über Kleider, Anziehen oder Stil gelernt? Woran erinnerst du dich konkret? Haben sie dir diese Dinge beigebracht oder hast du sie dir abgeschaut?

Mhhh, in diesem Punkt war ich wohl recht binär eingestellt, soll heißen: Das angebotene Teil gefiel oder es gefiel nicht und ich habe mich ungern in Teile reinzwängen lassen, die mir nicht gefielen (dazu zählte auch ein selbstgenähtes Faschingskostüm, das mir meine Mom für einen Kinderfasching anfertigte…und ich weigerte mich mit Händen und Füßen, dieses Ding anzuziehen- am Ende verkroch ich mich heulend auf mein Zimmer. Das tut mir aus heutiger Sicht immer noch furchtbar Leid, mit Fasching kann man mich allerdings jagen! Sorry Mama! :-* )
Kleidungstechnisch habe ich mir, als es auf die Pubertät zuging, mit der Zeit immer mehr von Freundinnen abgeschaut und nahm ich mir nach und nach die „Entscheidungsgewalt“ darüber, was ich an Kleidung einkaufte und was ich trug. Das heißt an dieser Stelle aber eher, dass mein Kleidungsstil trotzdem eher unaufgeregt, bzw. unauffällig war (vielleicht sogar burschikos ohne den Drang nach modischen Experimenten). Später kam dann noch eine „dunkle“ Phase dazu (ich sage nur schwarzschwarzschwarz und Nieten…) und natürlich der dazu passende Musikstil- die armen Nachbarn… ;D.
Eine ältere Cousine hat allerdings hin und wieder mit gesponserten Shoppingtouren dafür gesorgt, dass es in meinem Kleiderschrank nicht ganz so dröge aussah.

 

  • Zeig uns ein Foto von deiner Mutter aus der Zeit, bevor sie Kinder hatte, und beschreibe, was du siehst. Kannst Du etwas dazu sagen, inwiefern deine Figur und Dein Stil mit deiner Mutter zu tun haben, oder auch nicht?

Ich erlaube mir hier an dieser Stelle, die beiden letzten Fragen zusammengefasst zu beantworten. Mit einem Bild meiner Mutter kann ich an dieser Stelle nicht dienen, jedoch ähneln wir uns figürlich in gewissen Punkten, beispielsweise in Gesicht, Haarfarbe und der Birnenform. Ansonsten habe ich wohl in manchen Punkten die genetische A-Karte gezogen… 😀 (kräftige Oberarme, Hohlkreuzchen und meine Haut macht manchmal auch lustige Sachen).
Mittlerweile ist auch mein Kleidungsstil im Gegensatz zu dem meiner Mutter ziemlich verschieden, zum Beispiel trage ich weitaus öfter Kleider und weniger Hosen. Mit der Zeit habe ich aber auch das Gefühl, auf der Straße öfter von Passanten kurz von oben bis unten gemustert zu werden, insbesondere wenn ich mit meinem Wintermantel unterwegs bin (vielleicht bin ich ja doch eine introvertierte Rampensau geworden? :D).
Gemeinsame Shoppingtouren mit meiner Mama laufen meistens so ab, dass ich nichts passendes finde und sie oft Schimpftiraden darüber loslässt, was denn da gerade unanziehbares in den Läden hängt (einige verlockende Angebote, mir zB einen Wintermantel zu spendieren, habe ich bisher allerdings ausgeschlagen, da bin ich wohl auch ziemlich eigen geworden ;)).

Soooo und jetzt gehe ich mal bei den anderen Ladies lesen… 🙂

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3 Kommentare zu „Stilphilosophie, Teil 2 „Stilprägung“. Was wir tragen, was wir sind.

  1. Meine „dunkle Phase“ hält immer noch an! ^^ Meine Mutter trägt auch mehr Hosen. Ich denke, dass ist ein Überbleibsel der Emanzipation damals – sie verbindet Kleider und Röcke mit weniger Bequemlichkeit. Sehe ich nicht so, wobei eine rutschende Strumpfhose einem schon den Tag vermiesen kann. Eine rutschende Hose aber auch…

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  2. EIn neues Leben aus dem Nichts aufbauen ist bestimmt keine leichte Aufgabe und ich kann mir vorstellen, das Kleidung dann eine sehr untergeordnetet Rolle spielt. Findest du denn, dass der Stil deiner Mutter deinen beeinflusst hat? Oder siehst du eher ein anderes Stilvorbild aus deiner Familie?

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    1. Mhh, ich denke, ihr Einfluss ist im Laufe der Jahre gesunken (wobei ich mir ehrlich gesagt früher wenig aus Kleidung gemacht habe, aber das hat sich spätestens dadurch geändert, seit ich mir meine Sachen selbst nähe). Ich könnte auch niemanden in meinem Familienkreis benennen, bei dem ich sagen würde „ohh, SO will ich auch aussehen“…🤔 (aber das liegt auch daran, dass ich viele Verwandte kaum oder gar nicht kenne, da unser Familienverbund recht lose und weit verstreut ist)

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