Allgemein · Aus dem Nähkästchen geplaudert

[aus dem Nähkästchen geplaudert] Jahresabschlussbilanz oder: 10 textile Erkenntnisse/Gedanken 2016

Zur Zeit ploppen ja überall die Jahresrückblicke auf und bevor es damit endgültig zu spät ist, schiebe ich meinen auch noch schnell hinterher, er hat ja lange genug in der Pipeline geschlummert!

Starten wir mit dem kleineren Block, nämlich dem Stricken:

Hallo Strickmojo! Nach einer längeren halbherzigen Phase, in der wenigstens Socken fertiggestellt wurden, bekam ich wieder Lust auf größeres: Pullis, Jacken, noch mehr Pullis und sogar UFOs (=unfertige Objekte) wurden in Angriff genommen, ganz gut sieht man das in diesem Beitrag. Ich hatte zeitweise einfach den Überblick verloren oder kleinste Hindernisse sorgten dafür, dass das Teil in die Ecke gelegt wurde. Nun sieht es wieder besser aus und ich möchte die UFOs weitestgehend minimieren (ein paar äußerst langwierige Projekte sind leider dabei). Des Weiteren soll einiges an Wolle raus, da muss ich noch einen „Markt“ finden, wo ich das Zeug gegen einen kleinen Obulus loswerde.

 

Kommen wir zum Nähen/Schneidern, das lässt sich gut unter „10 textile Erkenntnisse/Gedanken 2016“ zusammemfassen:

 

1. Stoffe: Vorlieben für Cord, Chiffon, Denim und Viskose. Vor allem Denim! Cotton lawn hat Wiederholungswert. Jersey kann mich nur mäßig begeistern, wobei ich für Romanit eine Ausnahme machen würde… 😉

2. Ich brauche kein Kleines Schwarzes! Eher ein Kleines Anthrazites oder ein Kleines Navyfarbenes! Am besten noch ein Kleines Rotes…Irgendwie war 2016 ziemlich bläulich geprägt und es ist kein Ende in Sicht. Rot und Fuchsia könnten sich verstärkt in den Kleiderschrank drängen, auch wenn das Farborakel von Pantone Grün als DIE Farbe für 2017 ausgerufen hat (mir doch egal😬).

3. Ich bin absoluter Wiederholungstäter: Die Ginger Jeans war das meist genähte Stück in meiner Sammlung (6x!). Recht aufschlussreich war allgemein der Ausflug ins Reich der Hosen. Culottes ausprobiert und überwiegend für gut befunden, an der Überwindung des burda-Hosentraumas wird noch gearbeitet (Memo an mich selbst: Hände weg von Bleistift- oder Karottenhosen!). Ich suche noch die „perfekte“ Bluse für mich- ich muss mal Butterrick B5529 besser auf mich anpassen…

4. Ich bin wohl ein kritischer Burdafan geworden: Ist trotz des ein oder anderen gruseligen Stückes hoch im Kurs (eine Anmeldung bei der örtlichen Bibliothek hilft beim Schnitte sammeln :D). Bis auf wenige Überaschungen passen die Schnitte gut und wenn man weiß, was sie meinen, sind die Anleitungen doch ziemlich präzise (das wiederum könnte ein lebenslanger Prozess werden :D).
Meine Nase habe ich aber auch in andere Hefte reingesteckt:
Knip/Fashion Style: Meine allererste Ausgabe war die Vintageausgabe im April, in der örtlichen Bibliothek finden sich auch einige Exemplare. Optisch gefallen mir viele Schnitte sehr gut und ich werde sie im neuen Jahr definitiv ausprobieren. Somit verbuche ich das Heft unter „meine Neuentdeckung“. Leider erscheint die deutsche Übersetzung der Knip immer einen Monat später (schade!). Memo an mich selbst: Man muss im Vergleich zur Burda eine kleinere Größe auswählen…
La Maison Victor: Wir haben uns angenähert. Naja, okay, Freunde werden wir wohl so schnell nicht, aber durch Ditte oder Cliff habe ich gemerkt, dass da vielleicht mehr drin ist, als anfangs gedacht. Möglicherweise bin ich durch die Anleitungen von burda verwöhnt, aber ich würde mir bei den Anleitungen einfach ein paar kurze Angaben wünschen, wo der Schnitt auf dem Bogen zu finden ist, welche Eigenschaften der Stoff haben soll und ob die Schnittteile besondere Markierungen haben (wo sitzt der Ärmelschlitz, wo ist die Brusttasche, etc.). Auf den Schnittteilen selbst sind diese ja eingezeichnet, aber auf den in der Anleitung abgebildeten Schnittteilen vermisse ich das…
Nähtrends/Patrones: Ich besitze eine Ausgabe, aber zu mehr ist es leider noch nicht gekommen *hüstel*

 

5. Dawanda/Makerist-Hypeschnitte: Näähh! Einige Diskussionen, die auch auf Blogs geführt werden, verstärkten meine(!) Haltung gegenüber vielen Dawanda- oder Makerist-Schnitten/eBooks (zB HIER): Lieber nicht! Vor allem, wenn keine technische Zeichnung vorhanden ist, ich frage mich nur, warum die oft fehlt?
Wahrscheinlich bin ich auch eine der wenigen, die die Schnittmusternamen irgendwie ulkig findet ;).

 

6.Stil(-veränderungen): Ich trage signifikant mehr Kleider und ich finde, dass sie mir besser stehen als Hosen (meint übrigens auch Herr Fadenwechsel :)). Auch erfolgten dieses Jahr vermehrt Ausflüge in das Gebiet außerhalb der eigenen Komfortzone- zwar nicht immer erfolgreich, aber ich bin ja lernfähig. In Bezug auf Verarbeitung und Passform haben sich meine Fähigkeiten verbessert- man wird mit der Zeit auch um ein vielfaches pingeliger! (Und so nebenbei fängt man an, die Leute in der Fußgängerzone zu stalken, so manches interessante Teil ist ja dann doch dabei^^). Das schöne am Nähen ist ja auch, dass man sich sein Wunschteil komplett abgekoppelt von der aktuellen Mode nähen kann- am eigenen Stil arbeite ich allerdings noch…

 

 7.Noch ein Nähblog? Gibt doch Twitter/Instagram,…? Die Entscheidung, das Bloggen zu beginnen, war gut und richtig! (Die Statistik besagt übrigens innerhalb eines halben Jahres mehr als 12000 Besucher und mehr als 22000 Aufrufe- holla die Waldfee! Vielen Dank! :))

Jaaa, bloggen ist arbeitsintensiver. Aber im Gegensatz zu Facebookposts sind Blogposts weitaus leichter wiederzufinden und verschwinden nicht so einfach in der Versenkung. Instagram und Twitter habe ich bisher wenig abgewinnen können- 140 Zeichen sind mir zu wenig und #dieses#Hashtaggen#ist#auch#nicht#meins. Irgendwie fehlt mir auch schlicht und ergreifend die Muße für einen weiteren Social Media-Kanal.

 

8. Verändertes Konsumverhalten: Oh, schon zwei Jahre ohne ein gekauftes Oberbekleidungsteil?!
Ich verspüre seit langem kein Bedürfnis mehr danach, mich samstags durch überfüllte Straßen hindurchzuwurschteln, vor allem da ich mit dem was da in den Läden hängt, kaum etwas anfangen kann- da hängen dünne, kastige Läppchen, die als Shirts/Pullover, etc. verkauft werden, teils sehr scharf chemisch riechen und kaum länger als eine Saison halten. Wenn überhaupt. Und am Ende sehen alle gleich (und) unspannend aus. Einzig  Unterwäsche, Schuhe und Strumpfhosen sind die Ausnahme.

 

9. Zweite Chancen: Yeah! 2016 war nähtechnisch teils das Jahr der zweiten Chancen. Die bekamen sowohl die La Maison Victor (mit der oben verlinkten Ditte), als auch burda (das Hosentrauma…). Des Weiteren werde ich einige Teile nochmal überarbeiten und nochmal  vernünftig anpassen, das ein oder andere Teil wird allerdings den Kleiderschrank definitv verlassen.

10. Ich habe Zeit. Es ist okay, wenn ein Teil etwas länger bis zur Fertigstellung braucht. Die vorgenommenen Ziele werden nicht erreicht? Kein Problem, dann kommen die halt später…Ich habe 2016 etwa 38 Teile genäht, das sind knapp 76m Stoff (also tragbare Teile, ein Ausschuss und ein Überschuss sind auch vorhanden). Ein paar noch vorhandene Vorräte dürfen also noch in aller Ruhe abgebaut werden.

 

Also, was steht für 2017 an? Folgendes wäre auf der „Wunschliste“:

  • Ein hoch kombinierbarer Kleiderschrank mit „Extras“ 🙂
  • Mehr „alltagstaugliche Businesskleidung“
  • erste Versuche in Schnittkonstruktion (ein bisschen was in die Richtung habe ich dank des Buchs „Kleider nähen“ von Tanya Whelan schon unternommen, aber es darf ruhig etwas mehr werden. Konstruktionskurse mit Suzy Furrer auf craftsy.com sind immerhin schon gebucht…
  • die minimalistische Schnittsammlung soll noch weiter ausgebaut werden (da war ich in letzter Zeit zugebenermaßen etwas faul. Schön wäre es, wenn sich zu jedem Punkt ca. 10 Teile finden)
  • neben der minimalistischen Schnittsammlung möchte ich eine digitale Wunschliste anlegen. Für mich. Natürlich dürft ihr dort dann auch luschern, vielleicht ist ja was für euch dabei?
  • was mir sonst noch so spontan einfällt… 😛

 

 

 

 

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5 Kommentare zu „[aus dem Nähkästchen geplaudert] Jahresabschlussbilanz oder: 10 textile Erkenntnisse/Gedanken 2016

  1. Ha
    Eine sehr sehr ähnliche Meinung zu la Maison Victor. Schnitt suchen, die Markierung, stückeln wegen der Minipapierbögen und dann verirrt man sich noch schnell auf die falsche Größe. Schrecklich.
    Und EBooks und PDF Indie Schnitte mmh. So toll wie alle die Schnitte finden, so uninteressant finde ich sie (nicht vergessen das kleben und ausdrucken, furchtbar).
    Bin zwar gerade erst darüber gestolpert, aber ein interessanter Blog
    Lg Sabine Michaela

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    1. Vielen Dank! 🙂
      Jaaa, das mit den Hypeschnitten ist eine interessante Sache- manche Schnitte sehe ich komischerweise fast nur in Facebookgruppen (die berühmte „Missy“ oder „my cuddle me“ und wie sie alle heißen). International gesehen wird es da mMn schon interessanter, da gibt es einige Labels, die meine Mindestkriterien für einen Schnittkauf erfüllen (technische Zeichnung, Größentabelle, Stoffverbrauch). Aber ja, du hast Recht, das Geklebe ist wirklich lästig, sofern man es nicht gleich zum Plotten schickt (hab ich noch nie gemacht, soll aber ganz wunderbar funktionieren!?). Falls du eine Papieschneidemaschine zur Hand hast: Das macht es um einiges leichter! 🙂 Zumindest habe ich das Gefühl, dass es schneller geht…
      LG Maria

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      1. Was da so in fb Gruppen für den großen Hype sorgt kann ich gar nicht sagen, da ich in keiner bin. So aktuell ist gerade das hängekleid cleo von tilly and the buttons der Renner schlechthin. Nicht so aufregend. Letzendlich ist ein Schnitt nur ein Schnitt. Außer der hat jetzt wirklich etwas super spezielles mit ausgefallenen Drapierungen oder Schnittführung. Wäre mir bisher bei so Indie Pattern nicht aufgefallen. Und so habe ich es mir auch noch nie angetan einen PDF Schnitt zu kaufen, zu drucken und zusammen zu kleben. Nicht das ich überhaupt noch irgendwelche Schnitte bräuchte bei mir meiner riesigen Sammlung an Burda und anderen Nähzeitschriften (füllen über ein Bücherregal).
        Lg Sabine Michaela

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  2. Deine Erkenntnisse finde ich total spannend, sowas sollte ich auch mal machenIch bin auch für echtes bloggen und weniger Intagramm oder Facebook. Ich mag KnipMode aber bislang mag ich Maison Victor nicht, da habe ich einen enttäuschenden Versuch gewagt. Im Sinne deiner „2. Chance“ sollte ich es vielleicht nochmal probieren. Hier schwärmen doch so viele von Raven… *seufz*

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    1. Hihi, Raven hab ich schon ziemlich früh auf die „nix für mich“-Liste verbannt (das sähe bei mir aus wie ein Sack).
      Das „Problem“ bei mehreren Social Media-Kanälen ist ja auch folgendes: Es schluckt enorm viel Zeit! (Vor allem, wenn man nur „mal kurz“ was gucken will erwische ich mich oft dabei, ziellos durch die ewigen Weiten zu scrollen :D)
      Viel Erfolg bei der Vergabe deiner zweiten Chancen! 🙂
      LG Maria

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