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Von Lemmingen und Rumpelstielzchen (Ginger Jeans-Parade)

Jaa, es ist wahr, ich habe eine Schwäche für die Schnitte von closetcasefiles! Nicht, dass sich nur ein paar Netties, ein Carolyn-Pyjama und ein Bombshell Badeanzug in meinem Kleiderschrank befinden- eine Mini-Armada von Ginger Jeans gehört auch dazu! (…vielleicht darf sich noch eine „Morgan“ dazugesellen?). Dieser Schnitt ist DER Jeansschnitt, zu dem man auch Unmengen an fertigen Modellen im Netz findet.

Die Anzahl der Gingers beträgt stattliche fünf Stück. Ihr werdet allerdings nur vier zu sehen bekommen, Nummer 1 hat nach Fertigstellung (Januar) ein paar Monate später allerdings den Kleiderschrank schon wieder verlassen. Sie wurde ohne Änderungen genäht und war mir, nachdem weitere Modelle folgten, passformtechnisch nicht mehr wirklich genehm, soll heißen: Viel zu groß! Das kann auch daran liegen, dass meine Kehrseite wahrscheinlich keine Größe 12, sondern weniger benötigt (das stelle ich auch gerade bei burda fest- ich behalte da mal ein Auge drauf ;)).

Überspringen wir also Nummer 1 und schauen uns gleich Nummer 2 an (alle Varianten basieren übrigens auf Variante A):

Bei Nummer 2 wurde mehrere Zentimeter an den Seiten weggenommen und die Schrittnaht um einen halben Zentimeter verkürzt, ebenfalls wurde das Teil zwischen Bund und hinterem Hosenteil angepasst. Später ersteres wurde allerdings erst vorgenommen, als Nummer 3 schon fast fertig war (ich wollte da eigentlich Schritt für Schritt vorgehen aber naja). Also wurde der Bund nochmal abgetrennt- leider passierte hier ein kleiner Unfall mit dem Schlitten des Reissverschlusses: Diesen hatte ich aus einem Hirnriss heraus plötzlich in der Hand, als mir der Gedanke kam „och joa, Bund ist ab, machste mal den Reissverschluss zu!“. Ratet mal, was ich danach wieder auf die Zähnchen fummeln durfte… -.-‚ Seitdem gibt dieser der Schwerkraft ungefragt nach, sodass er mithilfe eines Haushaltsgummis an Ort und Stelle gehalten werden muss!

Widmen wir uns doch einfach Nummer 3. Diese besteht aus einem wunderbaren elastischen BW-Twill, die hatte ich ja hier schon mal gezeigt.

Diese Jeans trage ich sehr gerne und ist auch problemlos ohne Gürtel tragbar, ich habe nur das Gefühl, dass der Stoff weitaus mehr Fusseln anzieht als bei den anderen Modellen.

Nummer 4 ist eher eine Übergangs-,bzw. Winterhose und war mal dieses Kleid! Es stammte aus meiner Anfängerzeit und saß einfach nur grottig (was macht frau, wenn einem das Original gefällt? Genau, man näht gleich zwei davon! eehhhk…). Beide Kleider wurden Schrankleichen (ich sage nur abstehender Rückenausschnitt, zu enge Ärmel und überhaupt, neeeee). Der Stoff war zum Abhängen zu schade und es musste eine passendere Bestimmung her (wer braucht schon Schrankleichen!?).
Der Stoff ist ein elastischer Köper mit einer flauschigen Innenseite. Ein bisschen puzzeln musste ich an den Vorderbeinen auf Kniehöhe, der Tipp mit den schrägen Teilungsnähten war hier Gold wert! (Danke Ina :))

 

jaa, ich habe eine EKG-Kurve auf dem Po 😉

Dieses Modell trage ich allerdings nicht so gerne, man sieht es schon ein bisschen auf den Fotos: Der Hüftspeck wird nochmal extra betont (ok, das ist bei den anderen auch so), sofern man ein reingestopftes Oberteil trägt (was ich eigentlich selten tue) und beim Sitzen schneidet der Bund unangehm ein. An den Taschen wollte ich mich an dieser Stelle schon mit einer Stickerei von Urban Threads austoben (vorsicht, die Seite ist ein wahres Kaninchenloch!), jedoch sah eine Probestickerei ganz furchtbar aus und somit wurde eben eine EKG-Kurve mit der Maschine aufgenäht.

Bei Nummer 5 klappte es mit der Stickerei schon besser (ach ja: Stickmaschine ist nicht vorhanden, alles Handarbeit ;)). Ich hatte vorher Probleme, das Motiv vernünftig auf den Stoff zu bekommen, bei Muriel von nahtzugabe5cm habe ich mir das von ihrer Jeansstickerei abgeschaut. Ein Hoch auf ausreißbares Stickvlies!

ich finde es als Stickdoofi ganz gut gelungen, was meint die geneigte Leserschaft?

Kommen wir zu Nummer 5:

der Kolibri macht sich doch ganz gut als Deko!?

Hier wurde die Leibhöhe um drei Zentimeter angehoben- und sitzt nach der ersten Anprobe ganz wunderbar (Dauertest folgt noch!). Eigentlich wollte ich eh von diesen Hüfthosen weg (…und dann näht sie vorher mehrere Hüfthosen, haha!), aber so wirklich habe ich mich nicht getraut- ich finde allerdings, dass sie mir etwas besser als die anderen steht, aber vielleicht haben sich da mittlerweile auch meine Sehgewohnheiten angepasst…:). Somit wird diese Änderungen für eventuell weitere Modelle beibehalten!
Der Stoff ist übrigens vom Stoffmarkt und ist vorgewaschen angeblich mit Indigo gefärbt. Gewaschen wurde er von mir trozdem nochmal (man weiß ja nie!:)). Hat schon mal jemand schon mal Indigostoffe verarbeitet? Muss ich diesen jetzt trotzdem mindestens ein halbes Jahr immer mal wieder in die Tiefkühltruhe zum Ausmüffeln legen, anstatt ihn zu waschen?

Ein bisschen anders ist hier auch die Bundverarbeitung: Beide Bundteile wurden an der unteren Seite gleichzeitig an der Hose angenäht, siehe folgendes Foto:

Hier sind die Nathtzugaben probeweise eingeklappt, da kommt dann später das Knopfloch hin, die Nahtzugaben wurden allerdings nochmal gekürzt.

Leider musste diese Jeans auf meinem Singer-Plastikviech genäht werden-meine alte Veritas steht nach einer missglückten Not-OP leider immer noch im Schrank  und wartet auf eine Wartung :(.
Diese sehnte ich mir vor allem in diesen Momenten herbei, als es vermehrt zur unbegründeten Schlaufenbildung kam und ein Tobsuchtsanfall dem anderen folgte (Rumpelstielzchen wäre vor Neid erblasst!). SOWAS hat meine alte Dame nicht gemacht!

nicht cool!!

Noch was aus der Serie: Pleiten, Pech und Pannen!

finde den Fehler… ;( (jajaaa, selber Schuld :P)

Hier nochmal alle auf einmal, auch das Innenleben kann sich sehen lassen! Nummer 2 bis 4 wurden am Bund mit einem Schrägstreifen versäubert, ich hatte bisher immer Probleme, beim Absteppen die andere Seite vernünftig zu treffen.

 

das war’s für heute, viele Grüße,

M. (die sich noch überlegt, ob nicht noch eine navyblaue Feincordjeans von Nöten wäre?!)

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9 Kommentare zu „Von Lemmingen und Rumpelstielzchen (Ginger Jeans-Parade)

  1. Da ich ja eben erst die Jeansjacke mit der Stickerei angeschaut habe und nicht wußte, dass du die Stickerei von Hand machst, war ich schon ganz traurig, dass mir sowas wohl verwehrt bleiben würde, da ich keine Stickmaschine habe. Aber wenn das so ist, und man das auch von Hand hinkriegt, Jeans ist ja nicht eben dünn, sehe ich Möglichkeiten. Welche Art Faden verwendest du? Und: Kannst du nicht die Bilder etwas kleiner machen, damit sie auf den Bildschirm passen und man nicht scrollen muss beim Anschauen? Da hat man dann doch einen besseren Überblick. Ich verwende eine Größe von 660×440 Pixel. Ich hoffe, du bist nicht sauer, dass ich das sage, aber schöner wäre es. Regina

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    1. Also ich verwende dreifädiges Handstickgarn von Anchor (das gibt es sechsfädig und ich teile mir das Garn einfach auf)
      Einlage zur Stabilisierung verwende ich übrigens nicht, zumindest nicht bei Jeans.
      Wegen den Bildern habe ich übrigens mal geschaut: Bei mir passen die gut auf eine Bildschirmlänge drauf (iPhone 5s, das hat die Bildschirmgröße einer Taschentuchpackung). Also hochkant, wenn das Gerät horizontal liegt, dann muss man natürlich scrollen 🙂 keine Ahnung, wieso das bei dir so ist- ich werd das mal im Auge behalten und noch ein paar Leute fragen, ob sie ein ähnliches Problem haben, danke für den Hinweis 🙂

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