La Maison Victor · Memade · Schnittmuster, Hersteller

Cliff- ein Nähkrimi (Teil 1)

„Bekomme ich etwas Genähtes?“ fragte der Freund, als ich durchblicken ließ, dass ein Geburtstagsgeschenk im Anflug sei. Mehrmals ploppte das Herrenshirt „Cliff“ aus der La Maison Victor vor mir auf und so packte mich der Ehrgeiz: Dr Kerle braucht a g’scheits Hemd! (=der Mann benötigt ein vernünftiges Hemd ;)) Einziger Haken: Ich muss blind nähen…ob das gut geht?! Bin ja schon froh, wenn alles an meinen eigenen Teilen passt! Anprobieren lassen ist also nicht drin, es soll ja eine Überraschung werden. Also wurden über einen längeren Zeitraum verschiedenste Messungen an Mensch und Kaufhemd erhoben, um die abzupausende Größe zu ermitteln (Vielen Dank fürs ausleihen, J.!). In der Zeitschrift werden zwei Meter Stoff veranschlagt, ich hatte am Ende knapp 40cm übrig. Ärgerlich! Das liegt daran, dass alle(!) Teile doppellagig zugeschnitten werden sollen (so hat man mal ganz schnell 4 Vorderteile, da jeweils linkes und rechtes Vorderteil  als Schnittteil vorhanden sind und beide doppellagig ausgeschnitten werden). Da darf ich mir wieder überlegen, was man aus dem Rest noch machen kann. Ach ja: Die LMV verwendet eine Nahtzugabe von 1cm, das war mir zu wenig, hier wurden es 1,5cm Nahtzugabe, das ist für mich leichter auszuschneiden.

Das Nähen ging vergleichsweise langsam voran, da fast jede Naht zweimal genäht wurde- fast schon schrecklich, wie pingelig man auf einmal werden kann, wenn man nicht für sich selbst näht…zum Glück verzeihte der Stoff die Auftrennerei (leichte, elastische BW-Webware mit einer leicht glänzenden Seite). Jedoch muss man sich aufgrund des Elasthan-Anteils ziemlich mit  dem Bügeln beeilen, da sonst die eingebügelten Kanten nach kürzester Zeit verschwunden sind… 😉

Hier noch die Knöpfe in Detail-dem Perlmutt konnte ich mich nicht verweigern:


abendlicher Schnappschuss, die „Kapelle“ ist fertig, nun kann die Manschette angesetzt werden

 

Bei den Ärmeln bahnte sich eine kleine Katastrophe an- eine Markierung fehlte auf dem Papier-Ärmel. Toll! Ganz toll! Und wo soll der Schlitz jetzt hin?! Mithilfe Der Anleitung konnte man zum Glück erkennen, wie die beiden Teile für den Schlitz platziert werden müssen (puh, das ging ja nochmal gut!). Jedoch schrillte die innere Pingelpolizei auf, ob man die „Kapelle“, also den oberen Abschluss, nicht nochmal auftrennen und neu nähen wolle? Neeeee, das passt, das MUSS passen (symmetrisch nähen ist zugegebenermaßen aber nicht gerade meine Stärke). Bei den Ärmeln war ich ebenfalls froh, dass Menschen  üblicherweise nur zwei Arme besitzen…und dass ich schon mal einen Paspel verarbeitet hatte (die Verarbeitung des Schlitzes ist prinzipiell ähnlich).

Als fast alle Teile, bis auf die Taschen, zueinander fanden, sah das erstmal so aus:

Schnappschuss, bevor „Cliff“ wieder versteckt werden musste

Also ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber ICH bin schon ziemlich zufrieden! Okay, ein paar Fehlerchen sind dabei und werden hoffentlich als Designbesonderheiten gesehen oder nicht für allzu dramatisch empfunden… 😬

Hier beim Knopfloch markieren kommt auch mein neues Nähgadget „SimFlex“ zum Einsatz, das ich direkt bei Lutterloh bestellt habe:

So schnell hab ich noch nie eine Knopfleiste markiert ;). Man muss allerdings bei dem Teil genau darauf achten, dass die Abstände zwischen den Spitzen gleich sind und ggf. nachjustieren.

13 Knopflöcher und 13 Knöpfe  später sah das dann aus wie oben auf dem Bild- und ich deklarierte „Cliff“ hiermit für fertig! Auch hier war mir ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, ich hatte vergessen, die Markierungen für die Taschen zu übertragen! Ganz großes Kino! Aaaahhh…

Bis das Hemd seinem zukünftigen Träger übergeben werden kann, müsst ihr erstmal mit mir Vorlieb nehmen- sitzt das nicht ganz wunderbar?! 😁

ganz schneller Selfie- das nächste Mal putze ich auch den Spiegel-versprochen!

Zusammenfassung:

„Cliff“ aus der La Maison Victor, Größe XL

Stoff: Elastische BW-Webware in Köperbindung, navyblau

Änderungen: Armkugel vergrößert, Taschen weggelassen, Ärmelnähte in den Ärmel gebügelt und nicht abgesteppt

Kosten Material: ca. 38€

In ca. 2 Wochen gibt es die Auflösung, ob es gefällt und passt (und ich überlege zZt panisch, nicht noch ein BackUp-Geschenk anzufertigen?)
Viele Grüße,

M.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Cliff- ein Nähkrimi (Teil 1)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s